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Liebe Leser*in,

der gelbe Sack oder die gelbe Tonne sind viel zu voll? Zeit für eine Einwegmüll-Diät! Mehrwegflaschen landen nicht im Müll, sondern werden bis zu 50 Mal wiederbefüllt und dann recycelt. Deswegen gibt es im Bio-Fachhandel viel Milch, Joghurt, Säfte und Mineralwasser im Mehrweg-Glas. Auch Hafermilch und sogar Linsen, Nüsse und Tee bekommst du im Pfandglas, dazu in vielen Bioläden an der Frischetheke Spezialitäten wie Oliven oder Kräuter-Frischkäse. Manchmal ist es auch möglich, eigene Behälter befüllen zu lassen.

Keine Frage, Glas ist schwerer als Plastikflaschen oder Verbundkartons. Ein Lastenfahrrad, Packtaschen oder ein stabiler Rucksack leisten da gute Dienste. Wert ist es den Aufwand allemal, denn zum einen gibt Glas absolut keine Schadstoffe an Lebensmittel ab, zum anderen spart Mehrweg Energie und Ressourcen. 48 Millionen Einweg-Kunststoffflaschen werden jeden Tag in Deutschland verbraucht. Einweg-Plastik, das aufwändig zerschreddert, gereinigt und fürs Recycling bis zu vier Mal aufgeschmolzen wird und viel Energie kostet. Aber Einwegglas hat ebenfalls einen großen ökologischen Fußabdruck, weil es bei Temperaturen über 1.600 Grad hergestellt und eingeschmolzen wird. Je mehr Mehrweg wieder im Umlauf ist, desto kürzer sind die Transportwege und damit wird die Ökobilanz immer besser!
Bist du schon auf dem "Mehr-Weg"

Wir unsere drei Fragen in diesem Monat an Jurek Voelkel, einen der Geschäftsführer unseres Kampagnenpartnerunternehmens Voelkel GmbH gerichtet, die im März mit einer ganz besonderen Kampagne an den Start gegangen ist. 

Viel Spaß beim Lesen seiner Antworten und der weiteren Beiträge in unserem März Newsletter!


Frage 1: Warum ist euch Mehrweg wichtig?

Die Mehrweg-Glasflasche ist für uns das beste Verpackungsmittel für hochwertige Säfte und Getränke. Aus Glas zu trinken fühlt sich einfach gut an: Man hält etwas Beständiges in der Hand und kann absolut sicher sein, dass keine Stoffe aus der Verpackung ins Produkt gelangen. Der Genuss beginnt schon beim Klang, wenn beispielsweise beim Anstoßen zwei BioZisch-Flaschen aneinanderstoßen. Aus Glas zu genießen, das ist Trink-Kultur. Die Vorteile des Mehrwegsystems werden vor allem nach dem Genuss sichtbar, denn statt die Verpackung wegzuwerfen, können wir die Flasche bis zu 30 Mal wiederbefüllen. Das schont die Ressourcen unserer Erde und vermeidet unnötigen Verpackungsmüll. Wie viel sich dadurch im Laufe einer Woche, eines Monats oder eines Jahres einsparen lässt, kann sich jeder leicht selber ausrechnen. Und wenn die Nutzungsdauer dann doch irgendwann einmal überschritten ist, lässt sich die Mehrwegglasflasche zu 100 % recyclen. In Sachen Nachhaltigkeit ist sie deshalb für uns die erste Wahl.

Frage 2: Anfang März 2021 seid ihr mit eurer Mehrweg-Kampagne „Kann man machen, muss man aber nicht.“ an den Start gegangen. Was war die Intention dieser Kampagne?

Mit dieser Zero-Waste Hafer Drink Kampagne wollten wir die Menschen auf das Thema Nachhaltigkeit bei Pflanzendrinks aufmerksam machen – und zugleich eine kompromisslose Alternative aufzeigen. Wie kaum eine andere Produktgruppe sind Pflanzendrinks besonders bei umweltbewussten Menschen beliebt. Doch ausgerechnet in diesem Segment kommen fast ausschließlich Verbundverpackungen zum Einsatz. Zu einem nachhaltigen Produkt gehört aber nach unserem Verständnis auch eine umweltfreundliche Verpackung, deshalb füllen wir alle unsere Hafer Drinks von Anfang an in die Mehrwegglasflasche. Guter Geschmack, so unsere Botschaft, geht auch ohne Müll.

Frage 3: Was bedeutet für euch Öko statt Ego?

Für uns bedeutet „öko statt ego“ so zu handeln, dass auch die Natur sowie unsere Mitmenschen etwas davon haben. Aus Überzeugung füllen wir deshalb ausschließlich Bio- und Demeter-Produkte ab und setzen uns auf vielfältige Weise für eine enkeltaugliche Landwirtschaft ein. Dazu gehören faire, langjährige Partnerschaften mit heimischen Landwirten genauso wie Anbau-Kooperativen auf der ganzen Welt, die den Menschen vor Ort ein auskömmliches Leben ermöglichen und ihnen eine ökologische Perspektive aufzeigen. 2011 wurde Voelkel in eine gemeinwohlorientierte Stiftung umgewandelt, deren Gewinne in zahlreiche gemeinnützige Projekte fließen. Im Jahr 2020 wurde die Naturkostsafterei offiziell gemeinwohlökonomie-zertifiziert. Mit der Kaufentscheidung haben am Ende wir alle selbst die Wahl, welche Form des Wirtschaftens wir unterstützen – und damit auch, in was für einer Welt wir leben möchten.

Tipps für Mehrweg:

  • Flaschen und Gläser immer mit Deckel abgeben. Sie werden maschinell gereinigt, und die Anlagen sind darauf programmiert, die Deckel abzuschrauben. Wenn der Deckel fehlt, gibt es leicht Schäden am Glasgewinde.
  • Mehrweg hat nur eine gute Ökobilanz, wenn du zu Hause nicht Energie verschwendest, um die Gläser zu reinigen. Zum Abspülen einfach das alte Spülwasser nutzen – oder die Flasche mit wenig Wasser kräftig schütteln. Ideal ist es, die Gläser an der Luft zu trocknen, um Schimmel zu vermeiden. 
  • Niemals Fremdstoffe einfüllen, schon gar nicht so etwas wie Pinselreiniger oder Farbe. Da versagt dann auch die effektive maschinelle Reinigung in den Mehrwegzentralen.

Bio-Kaugummi - Natürlich kauen, ganz ohne Plastik

Die Kaumasse von konventionellen Kaugummis besteht aus Kunststoff. Aus welchem genau und was sonst noch so drinsteckt, müssen die Hersteller nicht verraten. Das tun sie auf Nachfrage auch nicht. Die Angabe „Kaumasse“ im Zutatenverzeichnis genügt, weil diese Masse aus unklaren Gründen als „Zutat“ gilt, ohne dass man sie aufschlüsseln muss.
Es handelt sich hierbei um synthetische Thermoplasten (z.B. Butadien-Styrol-Copolymerisate, Polyethylen, Polyisobutylen, Polyvinylester), dazu können Harze, Paraffine, und Aluminiumoxid kommen sowie Zusätze, die die Kaumasse weich und geschmeidig machen. Die Zutatenlisten zeigen, dass Kaugummi neben der Plastik-Kaumasse synthetische Aromen, Emulgatoren, umstrittene Süßungsmittel wie Aspartam, Acesulfam K und Sucralose sowie das Antioxidationsmittel Butylhydroxyanisol (für Kleinkinder- und Säuglingsnahrung verboten, in seltenen Fällen mit allergener Wirkung) enthalten kann.


Wenn du nicht auf Polymeren auf Erdölbasis mit vielen Zusatzstoffen herumkauen möchtest, findest du bessere und umweltfreundliche Alternativen im Biohandel. Die Basis bildet meist „Chicle“, der Milchsaft des südamerikanischen Chicozapote-Baums, auch Breiapfelbaums genannt. Bio-zertifiziert ist bisher nur die Kaugummisorte Chicza. Das Unternehmen arbeitet mit dem Consorcio Chiclero zusammen, einem Zusammenschluss von 56 Kooperativen, die ein 1,3 Millionen Hektar großes Stück Regenwald in Mexiko bewirtschaften. Chicozapote-Bäume gedeihen in Plantagen nicht, nur innerhalb ihres natürlichen Ökosystems. Nach jeder Ernte müssen die Bäume sechs bis sieben Jahre ruhen. 

Der Kunststoff in herkömmlichen Kaugummis ist übrigens der Grund, warum es so schwierig und teuer ist, Straßen und Gehwege davon zu befreien. Man braucht energie- und wasserintensive Spezialmaschinen. Halten Vögel und andere Tiere den Kaugummi fälschlicherweise für Futter, sind Verklebungen sowie Verstopfungen im Magen-Darm-Trakt möglich. Das kann tödlich enden. Zudem beginnt die Masse erst nach fünf Jahren, langsam zu verrotten. Zurück bleibt Mikroplastik. Noch ein Grund mehr für Bio-Kaugummi!

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Kampagnenbüro c/o Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V.
Redaktion: Dirk Müller, Dorothée Quarz, Katrin Hehberger
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