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Liebe Leser*in,

möglichst naturbelassen sollen Biolebensmittel sein, so legen es die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau fest. Aber was heißt das eigentlich genau? Zum Beispiel ist nur ein Bruchteil der 320 Zusatzstoffe erlaubt, darunter pflanzliche Verdickungsmittel wie Johannisbrotkernmehl oder Natron und Weinstein als Backpulver. Für künstliche Farbstoffe, Konservierungsmittel und synthetische Geschmacksverstärker heißt es dagegen: Bitte draußen bleiben! 

Auch die Bestrahlung von Lebensmitteln ist verboten. In der konventionellen Lebensmittelindustrie werden oft Kräuter und Gewürze durch ionisierende Strahlen länger haltbar gemacht, das heißt damit werden Keime abgetötet: Mikroorganismen wie Salmonellen, Schimmelpilze oder EHEC außerdem Insekten, die Getreide, Trockenobst, Gemüse oder Nüsse befallen. Weil die Erbsubstanz geschädigt wird, können sich aber auch Pflanzenzellen nicht mehr teilen, und das würde zum Beispiel auch das Auskeimen von Kartoffeln und Zwiebeln und das schnelle Reifen von Bananen verhindern. Solche Anwendungen sind in Deutschland nicht erlaubt, nur für Kräuter und Gewürze, und es gibt derzeit eine Ausnahmegenehmigung für importierte Froschschenkel. In einigen EU-Ländern wie Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Italien, Tschechien und Polen ist die Bestrahlung zum Beispiel für Krustentiere, Schweinefleisch, Hühnerfleisch, Hülsenfrüchte zugelassen. Weltweit ist die Bestrahlung in mehr als 60 Ländern erlaubt. In China unter anderem für Nahrungsergänzungsmittel und getrocknete Pilze, in der Türkei für Trockensuppen, in den USA für Fleisch, in vielen weiteren Ländern für Zwiebeln, Knoblauch, Getreideflocken, Geflügel und Garnelen. 

Bei Bio sorgen ein gutes Qualitätsmanagement und erprobte Verfahren für einwandfreie hygienische Standards. Und natürlich bleibt auch die Gentechnik außen vor. 

Raffinierte Öle gibt es ebenfalls nicht im Bio-Sortiment. Die aufwendige Verarbeitung bei sehr hohen Temperaturen und mit Chemikalien wie dem Lösemittel n-Hexan und Phosphorsäuren widerspricht dem Grundgedanken eines möglichst naturbelassenen Lebensmittels.
Im Biohandel gibt es dagegen eine große Auswahl an nativen, kalt gepressten Ölen, mit typischem Aroma und allen wertvollen Inhaltsstoffen, zum Beispiel Leinöl und Rapsöl mit besonders vielen ungesättigten Fettsäuren.
Gewonnen werden Bio-Öle ausschließlich durch Pressung oder Zentrifugaltechnik. Anschließend wird filtriert.
Bei jedem Pressvorgang entsteht Wärme, im Durchschnitt etwa 40 Grad Celsius. Kalt gepresst bedeutet, dass während des Pressens keine Hitze von außen zugeführt wird. 
Native Öle sind nicht raffiniert, können aber gewaschen, zentrifugiert oder filtriert sein. Es bleiben alle Inhaltsstoffe erhalten. Sie haben einen deutlichen Frucht- oder Saatgeschmack, Geruch und eine intensive Farbe.
Bio-Bratöle sind „desodoriert“ (mit heißem Wasserdampf), aber nicht raffiniert, außerdem enthalten sie in der Regel höher erhitzbares Olivenöl sowie Sonnenblumenöl aus High-Oleic-Kernen, einer besonderen hitzestabileren Sorte.

Es geht also auch ohne Trickkiste!

Bio-Hersteller haben stattdessen besonders hohe Anforderungen an die Qualität ihrer Rohstoffe, entwickeln innovative Rezepturen ohne Zusatzstoffe und setzen auf moderne Handwerkskunst.

In diesem Sinne haben wir unsere drei Fragen in diesem Monat an Martin Eras, den Geschäftsführer unseres Kampagnenpartnerunternehmens Barnhouse Naturprodukte GmbH gerichtet.

Viel Spaß beim Lesen seiner Antworten und der weiteren Beiträge in unserem Februar Newsletter!


Frage 1: Barnhouse Naturprodukte wurden vielfach ausgezeichnet u.a. mit BESTES BIO, dem Healthy Living Awards 2020 und Bayerns Beste Bio-Produkte – was ist euer „Geheimrezept“?

Unser „Geheimrezept“ ist gar nicht geheim, sondern seit über 40 Jahren das Barnhouse Grundprinzip: Für unsere Kunden stets das beste Bio-Knuspermüsli zu backen.
Deshalb steht bei uns Qualität immer an erster Stelle. Wir machen hier keine Kompromisse - vom Rohstoff bis zum Endprodukt. Das macht ein Barnhouse Krunchy so unverwechselbar, was Geschmack und Knusprigkeit anbelangt. Und wir sind überzeugt: Die Liebe und Leidenschaft, die wir in unsere Produkte stecken, spüren und schmecken auch unsere Kunden.

Frage 2: Was zeichnet eure Produkte ganz besonders aus? Worauf legt ihr besonderen wert?

Obwohl wir unsere Krunchys auf modernen Anlagen produzieren, arbeiten unsere Bäcker nach handwerklichen Prinzipien. Und das bedeutet für uns auch: Keine Tricks aus der Zauberkiste der Lebensmitteltechnologie. Keine Zutaten, die helfen, das Produkt billiger produzieren zu können. Unser Ziel ist an erster Stelle also, ein hervorragendes Krunchy zu backen - nicht die Gewinnmaximierung. Dieses Prinzip ist für uns eine ganz wesentliche und wertgebende Eigenschaft von "echtem bio". Und das schmeckt man einfach!

Frage 3: Was bedeutet für euch Öko statt Ego?

Öko statt Ego bedeutet für uns sowohl Qualität vom Acker bis zum Endprodukt, als auch eine Art des Wirtschaftens, die nicht allein den monetären Gewinn im Auge hat, sondern insbesondere auch den Gewinn für Umwelt, Mensch und Natur.

Naturbelassen essen: "BRAINFOOD"

Eine Handvoll Nüsse mit Trockenobst wie Apfelringen, Datteln oder Cranberrys liefert schnell Energie! Und ist richtig gesund, denn die „Nervennahrung“ enthält reichlich B-Vitamine, das antioxidativ wirkende Vitamin E, Ballaststoffe und Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen, Zink und Kalium. 
Walnuss, Mandel und Co. punkten außerdem mit lebenswichtigen ungesättigten Fettsäuren. Der fruchteigene Zucker liefert Energie für Nerven und Muskeln. Anders als bei Süßigkeiten gelangt der Zucker nicht so schnell ins Blut. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel langsam an und bewirkt eine längere Sättigung.
Trockenobst ist also ein gesunder Snack, aber bitte keine ganze Tüte auf einmal vernaschen.
 
Allerdings: Konventionelle Nüsse und Trockenfrüchte sind oft mit Methylbromid oder Phosphorsäureestern behandelt. Methylbromid ist nicht nur gesundheitsschädlich, sondern auch ein starkes Treibhausgas und schädigt die Ozonschicht.
Trockenobst ist zudem meist geschwefelt, damit es nicht nachdunkelt. Das zerstört Vitamin B1 und Folsäure, und es kann Unverträglichkeitsreaktionen wie Kopfschmerz, Übelkeit oder Ausschlag auslösen. Menschen, die an Allergien oder Asthma leiden, reagieren auf Schwefel oft mit Nesselsucht oder Fließschnupfen, im schlimmsten Fall sogar mit Asthma-Anfällen. Konventionelle Nüsse werden überdies meist gebleicht, damit sie schön hell aussehen.

All das ist bei Bio nicht gewollt und nicht erlaubt – und natürlich auch keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel.


Das Trocknen von Früchten ist die älteste Konservierungsmethode der Menschheit. Da beim Trocknen bis zu 80 Prozent des Wassers verdampfen, ist der Fruchtzucker-Gehalt hoch – das allein schützt schon vor Schimmelpilzen und Bakterien.
Bio-Nüsse werden außerdem durch eine aufwändige Druckbehandlung vor Schädlingen geschützt. Auch die sorgfältige Auswahl der Früchte und Nüsse und eine gründliche Kontrolle sorgen für Qualität. Die sogenannte Druckentwesung ist aufwendig und teuer. Bio-Nüsse werden beispielsweise von Morgenland mit Schutzgas (Stickstoff) abgepackt, da die Fettsäuren sonst mit Sauerstoff reagieren und die Nüsse schneller ranzig werden könnten. 

Nüsse und Trockenfrüchte sind übrigens auch typisch für viele arabische und indische Gerichte.
 
Unser Tipp: Am besten kaufst du ganze Nüsse, denn sie halten viel länger - ungeschält sogar bis zu einem Jahr. Geschält, gemahlen oder geraspelt werden Nüsse schneller ranzig oder schimmelig.

Die Bio-Milch macht’s ... besser!

Die Kuh muss raus! Das gilt auf Bio-Höfen nicht nur im Frühjahr. Denn Kühe finden auf der Weide ihr natürliches Futter: Gras, Klee und Kräuter. Im Winter gibt es beides getrocknet in Form von Heu, dazu Getreide, Erbsen, Lupinen und Silage, also milchsauer vergorene Pflanzen.

Grünfutter verbessert nachweislich die Nährstoffqualität der Bio-Milch: Sie enthält deutlich mehr ungesättigte Fettsäuren als konventionelle Milch. Das senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – vor allem, weil Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in einem guten Verhältnis vorkommen.
Bio-Milch enthält außerdem mehr fettlösliche Vitamine wie Vitamin E und Carotinoide sowie mehr Eisen.

Konventionelle Milchkühe erhalten dagegen sehr viel „Kraftfutter“. Das ist nicht nur nicht artgerecht, sondern Futtersoja aus Südamerika ist oft auch gentechnisch verändert – und es ist wahrscheinlich, dass für den Anbau Regenwald vernichtet wurde. Artgerechtes Futter, viel Frischluft, Tageslicht im Stall und Bewegung beugen auch Krankheiten vor.

Gut für Kuh und Mensch: Antibiotika und andere Medikamente zur Vorbeugung sind in der Bio-Tierhaltung nicht gestattet.
 

Übrigens: Im Bio-Fachhandel steht vor allem frische Milch im Regal. Viele Discounter bieten dagegen nur noch ESL-Milch an, die durch höheres Erhitzen und Filtern bis zu vier Wochen haltbar gemacht wird. H-Milch ist durch Ultrahocherhitzung bei mindestens 135 Grad sogar bis zu 5 Monate haltbar.

Von Demeter gibt es auch nicht homogenisierte Frischmilch. Die Rahmschicht kann durch kräftiges Schütteln verteilt werden.

Bio-Haferdrinks und Co. sind gute Alternativen für alle, die vegan leben oder mal was Neues probieren wollen. Wer auf Milchprodukte verzichtet, sollte viele calciumreiche Lebensmittel wie Brokkoli, Chinakohl, Rucola und Haselnüsse genießen.

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Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V.
Redaktion: Marion Schlage, Hans F. Kaufmann, Dorothée Quarz, Dirk Müller, Katrin Hehberger
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